Ägypten 23.12.1982 - 05.01.1983 StudienReise

21 -jährig, am Flughafen in Kairo
21 -jährig, am Flughafen in Kairo

`Fernweh´ sei in Wahrheit `Heimweh

In Ägypten habe ich das so empfunden. In diesen 14 Tagen durfte ich Dinge erleben, die zu den schönsten Momenten in meinem Leben zählen:

-Ich war im Inneren der Pyramide. Ja,es war heiß, es war eng, es war dunkel (wegen einem Stromausfall), aber ebenso ehrfurchteinflößend mystisch.

-Ich bin in einer Felukke auf dem Nil gesegelt, mit einem Gefühl der Schwerelosigkeit, Raum und Zeitlos...

-Und: Ich bin auf einem Araberhengst geritten! nein `geschwebt`. Er kannte den Weg und obwohl wir über Dünen durch den Wüstensand ritten, schien er kaum den Boden zu berühren.

 

Das offizielle Programm:

Kairo

Assuan

Luxor

Tal der Könige

Abidos

Kairo

Pyramiden

Museum

Moschee

Basar

Inoffiziell stromerte ich zusätzlich ganz alleine durch ein Armenviertel in Kairo. Es gab eine starke Abwanderung der Landbevölkerung in die Hauptstadt, die darauf aber garnicht vorbereitet war. Im Armenviertel wurde damals Werbung für Sterilisation betrieben. Wer sich freiwillig die Zeugungsfähigkeit nehmen ließ, bekam ein Radio geschenkt. Zu dieser Zeit lebten ebenfalls Tausende von Menschen auf den Friedhöfen. Sie erhielten Almosen von den Reichen, damit sie auf deren Familiengruften aufpassten.

Nachdem ich diese Zustände gesehen hatte, konnte ich an Silvester nicht so recht Freude empfinden, als dann die Reichen in unser Hotel strömten. Ich empfand: The American Way Of Life droht außergewöhnliche Kulturen abzuflachen, wenn nicht gar zum Verschwinden zu bringen!

Bestellte ich in Kairo einen Tee, den man in Assuan zu trinken pflegte, so rümpfte der Kellner nur die Nase. Coke war angesagt.

In Assuan wurde ich freundlicherweise von einem Ansässigen eingeladen, sein Heim anzuschauen. Es war ein mit Mauern (aus Ziegenmist und Lehm) umgebener Raum. Im Innenhof brannte ein Feuer, in dem seine Frau eine Mahlzeit kochte.Die Hühner liefen frei herum. Im bedachten Raum selbst stand ein großes Bett und...ein großer Fernseher !

Die Mädchen waren bunt oder weiss bekleidet, solange sie unverheiratet waren. Wenn sie mit 12, 13 oder 14 heirateten, mussten sie von da an nur noch Schwarz tragen und sich verhüllen. Auch ich passte mich dort an, in dem ich mich in ein dickes schwarzes Tuch hüllte. Ich machte die Entdeckung, dass der Stoff so gewebt war, dass er kühlte in der Hitze und in der Kälte wärmte.

Dies war vor 30 Jahren und heute sieht es ganz anders aus in Assuan.